Orange The World

jährlich im November

599 Taten häuslicher Gewalt wurden von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland 2020 registriert, 26 mehr als im Jahr zuvor. Und die Zahlen stiegen beinahe stetig. Grund genug für die Wilhelmshavener Soroptimistinnen, dieses Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Während der weltweiten Orange Days 2022, beteiligte sich der SI-Club Wilhelmshaven mit vielen Aktionen. Gemeinsam mit Vanes Bartelt-Kapustin vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt Wilhelmshaven wurde in der ersten Dezemberwoche ein Selbstverteidigungskurs im Point organisiert, an dem mehrere Mädchen teilnehmen konnten. Kooperationspartner waren zudem die Mediatorin Elke Uldahl, das Studio für Selbstverteidigung Weiland und Katja Reents von der Kripo Wilhelmshaven. Die Kosten übernahm der SI-Club WHV.

Frühzeitige Präventionsmaßnahmen wurden ergriffen, um junge Frauen darauf vorzubereiten, sich gegen jegliche Form von Gewalt zu verteidigen. Seit dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurden Broschüren mit dem Slogan „Read the Signs“ verbreitet, die auf acht Anzeichen für häusliche Gewalt hinwiesen und auf toxische Beziehungen aufmerksam machten. Diese Initiative wurde von verschiedenen Video-Clips begleitet, die die Warnzeichen veranschaulichten und über einen Zeitraum von 16 Tagen über soziale Medien verbreitet wurden.

Bierdeckel mit dem Hinweis auf das bundesweite Hilfetelefon mit der Nummer 08000 116 016 wurden in vielen Restaurants und Gaststätten der Stadt ausgelegt. Wer sich solidarisieren mochte, wurde gebeten, in der Zeit der Orange Days, vom 25. November bis zum Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, mit orangefarbener Kleidung ein Zeichen zu setzen. 

„Bestimmte Verhaltensweisen deuten bereits im Vorfeld darauf hin, dass eine Partnerschaft toxische Züge hat und im weiteren Verlauf in psychische oder körperliche Gewalt münden könnte“, erklärte die Präsidentin von SI-Deutschland, Anne Dörrhöfer. 98,1 Prozent von Vergewaltigungen oder sexueller Nötigung fänden in der Partnerschaft statt. Ein Drittel aller Frauen würden in ihrem Leben Opfer physischer oder sexualisierter Gewalt, ein Viertel davon treffe beim Täter auf den aktuellen oder ehemaligen Partner. Dabei sei von einer extrem hohen Dunkelziffer auszugehen.

Übersteigerte Eifersucht, Kontrollausübung, Isolationsversuche sowie Kritik, Sabotage, Schuldzuweisungen oder unkontrollierbare Wut, das alles könne auf eine toxische Beziehung hinweisen. Und häusliche Gewalt könne alle treffen. Die Präsidentin des SI-Clubs WHV, Dr. Eva Maria Haarmann, betonte: „Wir wollen zeigen, wie man gefährliche Verhaltensmuster oder ein toxisches Beziehungsumfeld erkennt und rechtzeitig handeln kann.“


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